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KI und Recht — Recht­li­che Her­aus­for­de­run­gen bei Gestal­tung und Anwen­dung von Künst­li­cher Intel­li­genz

Jan Schned­ler, ARIC Geschäfts­lei­tung und Rechts­an­walt­kanz­lei Schned­ler

Die Ent­wick­lung und der Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) brin­gen spe­zi­fi­sche juris­ti­sche Fra­ge­stel­lun­gen mit sich, die wei­test­ge­hend noch nicht expli­zit vom Recht erfasst sind und so mit den her­kömm­li­chen Geset­zen gelöst wer­den müs­sen. Unser gesam­tes Rechts­sys­tem ist aber auf Men­schen aus­ge­rich­tet. Die EU denkt aber bereits über eige­ne Regulie­rungs­ansätze nach.

Darf ein Algo­rith­men dis­kri­mi­nie­ren oder sich mit ande­ren Algo­rith­men bei der Preis­fin­dung abspre­chen, wo es ein Mensch nicht darf? Wie und wem oder was rech­nen wir die Ver­ant­wor­tung für eine Ent­schei­dung und deren Fol­gen zu? Ist eine KI man­gel­frei, obwohl sie zu feh­ler­haf­ten Ergeb­nis­sen kommt, weil Sie nur zu 99 Pro­zent rich­tig ent­schei­det?

Bei der Ent­wick­lung von KI sind frem­de Schutz­rech­te eben­so zu berück­sich­ti­gen wie die Com­pli­an­ce bei der Nut­zung von Daten. Regel­mä­ßig wer­den per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten ver­ar­bei­tet, um KI zu trai­nie­ren oder ein­zu­set­zen. Die recht­li­chen Anfor­de­run­gen dafür sind nicht nur in Deutsch­land hoch. KI benö­tigt gro­ße Daten­men­gen, ent­schei­det nach unbe­kann­ten Kri­te­ri­en und nur mit einer bestimm­ten Wahr­schein­lich­keit und nicht zu 100 % „rich­tig“, die DSGVO folgt hin­ge­gen den gegen­läu­fi­gen Grund­sät­zen der Daten­mi­ni­mie­rung, der Trans­pa­renz, der Rich­tig­keit der Ver­ar­bei­tung und ent­hält eine Rechen­schafts­pflicht.

Letzt­lich ist aber auch der Mensch, z.B. der Rich­ter, oft­mals eine Black-Box. Über­prüft wer­den im Rechts­zug nicht die inne­ren Grün­de des Rich­ters für sei­ne Ent­schei­dung, son­dern allein der Urteils­text. Inwie­weit das Urteil auf Vor­ur­tei­len, schlech­ter Lau­ne oder Bos­haf­tig­keit basiert, wird nicht über­prüft, solan­ge sich das Gericht an die bekann­ten Regeln zum Ver­fas­sen des Urteils­tex­tes hält.

Der Work­shop fängt mit einem kur­zen Intro zu den tech­ni­schen Grund­la­gen an und skiz­ziert dann die ver­schie­de­nen Anknüp­fungs­punk­te wo KI recht­li­che Fra­gen aus dem Zivil­recht auf­wirft„ wie der Ver­trags­ge­stal­tung, die Lizen­zie­rung, die Haf­tung, das Imma­te­ri­al­gü­ter­recht und das Arbeits­recht, sowie Fra­gen des Daten­schutz­rechts. Straf­recht­li­che Pro­blem­stel­lun­gen sind nicht Gegen­stand die­ses Work­shops. Eben­so wird nur kurz auf das Imma­te­ri­al­gü­ter­recht, wie das Patent­recht ein­ge­gan­gen, da es hier­für der ARIC-Work­shop KI und Paten­te ange­bo­ten wird.  Ab 18.30 Uhr folgt eine Stun­de Q&A nur für ARIC-Mit­glie­der.

Der Work­shop ist kos­ten­los, auf 25 Teil­neh­mer beschränkt und fin­det am 12.03.2020 von 17.00 bis 18.30 Uhr im ARIC e.V. Dock­land, Van-der-Smis­sen Stras­se 9, 22767 Ham­burg statt. Anmel­den kön­nen Sie sich unter dem E‑Mail-Adres­se: info@aric-hamburg.de.

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